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Die Wolgadeutschen

Als Wolgadeutsche oder Russlanddeutsche wird eine deutsche ethnische Minderheit bezeichnet, die im 18. Jahrhundert nach Russland aussiedelte, und sich an den Ufern der Wolga niederließ.

Geschichte

Zwischen 1764 – 1766 zogen viele Deutsche an die Ufer der Wolga. Es war die Zeit in der Katharina die Große herrschte. Im Zuge des Versuches die unbewohnten wilden Gegenden Russlands wohnbar zu machen umwarb sie die Auswanderer in russische Gebiete zu kommen. 104 Kolonien wurden errichtet entlang den Ufern der Wolga. Wolgadeutsche blieben ihrer Kultur treu und lebten auch in Russland weiter nach ihren deutschen Traditionen. Um die 100 Jahre später siedelten viele Wolgadeutsche aus in die USA, Kanada und Teile von Südamerika. Während des zweiten Weltkrieges versuchten die Deutschen das Wolgadeutsche Gebiet zu erobern, mit der Begründung, dass es zu Deutschland gehören sollte, da Menschen mit deutschen Wurzeln dort schon für so lange Zeit leben. Zu Zeiten Stalins mit dem Vordringen der Nazis in sowjetisches Gebiet, wurden viele Wolgadeutsche in Arbeitslager abtransportiert, aus Angst vor Verrätern. Viele starben noch im Lager. In den späten 80er Jahren siedelten viele Wolgadeutsche zurück nach Deutschland.

Wolgadeutsche heute

Wolgadeutsche leben immer noch in kleiner Minderheit in Gebieten im Ural Gebirge, in Kasachstan, Sibirien, Usbekistan und Kirgisistan. Auch wenn sie wieder mehr geworden sind in den neuen Wohngebieten, haben sie nie mehr ihre ursprüngliche Anzahl an Bewohnern erreicht. Mit dem “Recht auf Rückkehr” sind viele Wolgadeutsche in ihr Heimatland zurückgekehrt. Dafür brauchte es nur einen Nachweis, als Beweis für die deutschen Wurzeln. In den späten 90er Jahren war die Rückkehr für die Russlanddeutschen schon nicht mehr so einfach, besonders, wenn die deutsche Sprache nicht mehr beherrscht wurde. Einige Familien immigrierten stattdessen in Gebiete der USA oder Kanada. Heute leben noch ungefähr 600.000 Wolgadeutsche in Russland. Mit Einrechnung der deutschen Minderheiten in anderen Gebieten der Welt sind es ungefähr zwei Millionen Menschen.

Ihre Lage hat sich seit dem Beginn der 90er Jahre unterschiedlich entwickelt. Während in den 90er Jahren noch 40.000 Russlanddeutsche jährlich nach Deutschland zurück immigrierten, waren es 2006 nur noch 10.000. in den letzten Jahren sind auch viele in der Bundesrepublik lebende der ethnischen Minderheit als Spätaussiedler zurück nach Russland gegangen. Die Bundesregierung hat kulturelle, wirtschaftliche, humanitäre sowie gemeinschaftsfördernde Maßnahmen ins Leben gerufen, um die ethnische Minderheit zu unterstützen. Bilaterale Verträge und Abkommen zugunsten der Minderheiten sind in den involvierten Ländern unterstützend eingeführt worden. Sprachkurse zum erlernen der deutschen Sprache werden vielerorts angeboten und Projekte zur Förderung von Partnerschaften unterstützt.